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Samstag, 23. Juni 2012

?



Ob ich ihn wieder leeren soll?
Ich habe nur den einen.
Mein Eimer ist beinahe voll.
Ich brauche ihn zum Weinen.


Frantz Wittkamp








Dienstag, 12. Juni 2012

Nicht selten ...



Nicht selten schien der Weg uns weit
und mühevoll der Gang.
Wir hatten aber reichlich Zeit.
Ein ganzes Leben lang.

Frantz Wittkamp
















Samstag, 26. Mai 2012

Griechenland



Europas Schande
 
Ein Gedicht von Günter Grass
 
Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht,
bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.

Was mit der Seele gesucht, gefunden Dir galt,
wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert. 

Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land,
dem Dank zu schulden Dir Redensart war.

Zur Armut verurteiltes Land, dessen Reichtum
gepflegt Museen schmückt: von Dir gehütete Beute. 

Die mit der Waffen Gewalt das inselgesegnete Land
heimgesucht, trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister. 

Kaum noch geduldetes Land, dessen Obristen von Dir
einst als Bündnispartner geduldet wurden.

Rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht
den Gürtel enger und enger schnallt. 

Dir trotzend trägt Antigone Schwarz und landesweit
kleidet Trauer das Volk, dessen Gast Du gewesen.

Außer Landes jedoch hat dem Krösus verwandtes Gefolge
alles, was gülden glänzt gehortet in Deinen Tresoren.

Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure,
doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück. 

Verfluchen im Chor, was eigen Dir ist, werden die Götter,
deren Olymp zu enteignen Dein Wille verlangt. 

Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land,
dessen Geist Dich, Europa, erdachte. 




Dienstag, 22. Mai 2012

Im Himmel ist ein Engel ...



Im Himmel ist ein Engel,
der bringt Dir Glück, liebes Kind!
Zur Not hilft auch ein Stängel,
an dem vier Kleeblätter sind.

Franz Wittkamp








Montag, 14. Mai 2012

Du schöne kleine Blume, du ...



Du schöne kleine Blume, du,
versprich mir, dass du wachsam bist,
damit nicht irgendeine Kuh
dich einfach von der Wiese frisst.

Franz Wittkamp





Sonntag, 13. Mai 2012

Muttertag





1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.

In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten „Ehret die Mutter“ in den Schaufenstern etabliert und – betont unpolitisch – als Tag der Blumenwünsche gefeiert. Mit Plakaten in Schaufenstern, kleineren Werbekampagnen und Veranstaltungen bis hin zu Muttertagspoesie wurde dem ersten deutschen Muttertag am 13. Mai 1923 durch den Vorsitzenden des Verbandes, Rudolf Knauer, der Weg bereitet.

In den USA werden die finanziellen Aufwendungen für den Muttertag nur durch Weihnachten übertroffen. Nach den Schätzungen der nationalen Einzelhandelsvereinigung werden im Durchschnitt 139 US-Dollar pro beschenkter Mutter ausgegeben.

Nach Angaben des HDE gibt jeder Deutsche im Schnitt 25 Euro für Muttertagsgeschenke aus. Obwohl der Trend hin zu Sachgeschenken geht, werden immer noch größtenteils Blumen verschenkt. So werden in der Muttertagswoche bis zu 130 Millionen Euro Umsatz mit Schnittblumen gemacht.


via http://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag



An die Mutter

Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kommt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm'schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,
Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber fließt
Und von der Freude bald gestreichelt, still
Sie deckt und nie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfen Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.

Johann Wolfgang von Goethe . 1749 - 1832





Samstag, 12. Mai 2012

Es war einmal ...



Es war einmal vor langer Zeit,
es war sogar, genaugenommen,
vor einer ganzen Ewigkeit
und ist nicht wieder vorgekommen.

Franz Wittkamp




Dienstag, 8. Mai 2012

Alles neu, macht der Mai




Alles neu, macht der Mai

Hier und dort, fort und fort,
Wo wir ziehen Ort für Ort
Alles freuet sich der Zeit,
Die verjüngt und erneut. 
Widerschein der Schöpfung blüht
Uns erneuernd im Gemüt.
Alles neu, frisch und frei
Macht der holde Mai.

                                                          Hermann Adam von Kamp, 1818







Dienstag, 24. April 2012

Zum Anmichdenken...


Ich habe bei Mascha Kaléko nachgelesen. Sie rät unter anderem, eine Muschel mit auf die Reise zu geben:


Mit auf die Reise

Ich kann dir keinen Zauberteppich schenken,
Noch Diamanten oder edlen Nerz,
Drum geb ich dir dies Schlüsselchen von Erz,
Dazu mein ziemlich gut erhaltnes Herz
Zum Anmichdenken.

Ich kann dir keine braven Socken stricken,
Und meine Kochkunst würde dich nur plagen.
Drum nimm den Scherben rosarotes Glas,
Der führt ins Märchenland Ichweissnichtwas
An grauen Tagen.

Ich kann dir nicht Aladdins Lampe geben,
Kein "Sesam" und auch keinen Amethyst.
Doch weil dein Herz mir Flut und Ebbe ist,
Hier, diese Muschel, schimmernd wie von Tränen,
Zum Nachmirsehnen.
 
Mascha Kaléko



 

 

Dienstag, 10. April 2012

Samstag, 7. April 2012

Der Regen klimpert...die grüne Ostermelodie



Der Regen klimpert mit einem Finger
die grüne Ostermelodie.
Das Jahr wird älter und täglich jünger.
O Widerspruch voll Harmonie!

Der Mond in seiner goldenen Jacke
versteckt sich hinter dem Wolken-Store.
Der Ärmste hat links eine dicke Backe
und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.

Auch dieses Mal ist es dem März geglückt:
Er hat ihn in den April geschickt.
Und schon hoppeln Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben.

Dort legen sie Eier, als ob’s gar nichts wäre,
aus Nougat, Krokant und Marzipan.
Der Tapferste legt eine Bonbonniere.
Er blickt dabei entschlossen ins Leere.
Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan.

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.

Erich Kästner (1899 – 1974)









Mittwoch, 4. April 2012

Vor Ostern


Was gesagt werden muss

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt “Antisemitismus” ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

Günter Grass







Sonntag, 1. April 2012

April-Gedicht


Nennen wir es Frühlingslied

In das Dunkel dieser alten, kalten
Tage fällt das erste Sonnenlicht.
Und mein dummes Herz blüht auf, als wüßt es nicht:
Auch der schönste Frühling kann nicht halten,
Was der werdende April verspricht.

Da, die Amseln üben schon im Chor,
Aus der Nacht erwacht die Welt zum Leben,
Pans vergessenen Flötenton im Ohr ...
Veilchen tun, als hätt' es nie zuvor
Laue Luft und blauen Duft gegeben.

Die Kastanien zünden feierlich
Ihre weißen Kerzen an. Der Flieder
Bringt die totgesagten Jahre wieder,
Und es ist, als reimten alle Lieder
Sich wie damals auf "Ich liebe dich". 

-Sag mir nicht, das sei nur Schall und Rauch!
Denn wer glaubt, der forscht nicht nach Beweisen.
Willig füg ich mich dem alten Brauch,
Ist der Zug der Zeit auch am Entgleisen-
Und wie einst, in diesem Frühjahr auch
Geht mein wintermüdes Herz auf Reisen.

Mascha Kaleko






Statt Schnittblumen im April

Veilchen




Das Veilchen


Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzig's Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin,
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn,
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.

"Ach!" denkt das Veilchen, "wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!"

Ach! aber ach! das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
"Und sterb' ich denn, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch."

J.W. v. Goethe






Dienstag, 27. März 2012

Die Nullen einzeln


Die Nullen einzeln sind mir lieber
als zur Schlange an eine Ziffer gehängt.“

Wislawa Szymborska








Freitag, 23. März 2012

Etwas über die Seele

Etwas über die Seele

Die Seele hat man gelegentlich.
Niemand hat sie ohne Unterlass
und auf Dauer.

Tag um Tag,
Jahr um Jahr
kann ohne sie vergehen.

Nur in der Begeisterung
und den Ängsten der Kindheit
nistet sie sich manchmal auf länger ein.
Manchmal nur im Befremden,
dass wir alt geworden sind.

Selten begleitet sie uns
bei mühseligem Tun
wie Möbelrücken,
Kofferschleppen
oder weiten Wegen in engen Schuhen.

Beim Ausfüllen von Fragebögen
und Fleisch hacken
hat sie in der Regel frei.

Von tausend unserer Gespräche
beteiligt sie sich nur an einem,
und das auch nicht unbedingt,
denn sie liebt es zu schweigen.

Wenn unser Körper beginnt, uns mit Schmerzen zu plagen
stiehlt sie sich heimlich aus dem Dienst.

Sie ist wählerisch:
ungern sieht sie uns in der Masse,
unser Kampf um kleine Vorteile
und schnatternde Geschäfte.
widert sie an.


Freude und Trauer
sind für sie keine unterschiedlichen Gefühle.
Nur wenn sie sich verbinden,
wohnt sie uns bei.

Wir können auf sie zählen,
wenn wir uns keiner Sache sicher sind
und auf alles neugierig.

Von den materiellen Dingen
liebt sie Pendeluhren
und Spiegel, die beständig arbeiten,
auch wenn niemand hinschaut.

Sie sagt nicht, woher sie kommt
und wann sie uns wieder verlässt,
aber sie wartet offensichtlich auf diese Frage.
Es hat den Anschein,
dass so wie sie uns,
auch wir
sie zu etwas brauchen.

Wislawa Szymborska






Sonntag, 18. März 2012

Lots Frau


Lots Frau

Angeblich sah ich zurück aus Neugier.

Außer der Neugier hätt ich auch andere Gründe haben können.

Ich sah zurück, weil mir die Silberschale leid tat.

Versehentlich – als ich den Riemen festband an der Sandale.

Um nicht noch länger in den gerechten Nacken Lots, meines Mannes, zu blicken.

Aus plötzlicher Überzeugung, er hielte nicht einmal an,

wenn ich stürbe.

Aus Ungehorsam der Demutsvollen.

Auf die Verfolger lauschend.

Gerührt von der Stille, hoffend, Gott habe seinen Beschluss geändert.

Unsere beiden Töchter verschwanden hinter der Hügelkuppe bereits.

Ich spürte das Alter in mir. Die Entfernung.

Die Schläfrigkeit. Leere des Wanderns.

Ich sah zurück, als ich das Bündel zu Boden legte.

Ich sah zurück vor Angst, wohin die Schritte lenken.

Schlangen kreuzten den Weg,

Spinnen, Feldmäuse, Geierküken.

Weder Gutes noch Böses – einfach alles, was lebte, kroch

und hüpfte in Massenpanik.

Ich sah aus Verlassenheit zurück.

Aus Scham, ich hätte zu eilig die Flucht ergriffen.

Aus Lust, jetzt aufzuschreien, umzukehren.

Oder erst dann, als der Wind

meine Haare löste und das Kleid mir nach oben blies.

Ich meinte, man sehe es von den Mauern Sodoms

und lache schallend, einmal und wieder.

Ich sah zurück im Zorn.

Um mich zu weiden an ihrem großen Verderben.

Ich sah zurück aus allen oben genannten Gründen.

Ich sah zurück ohne eigenen Willen.

Es drehte sich, unter mir knarrend, der Fels nur.

Ein Erdspalt schnitt mir plötzlich den Weg ab.

Ein Hamster trippelte, auf zwei Pfötchen gereckt, am Rande.

Und eben da sahn wir zurück.

Nein, nein. Ich lief weiter,

ich robbte und flog hinauf,

bis vom Himmel die Dunkelheit fiel,

und mit ihr der heiße Kies und die toten Vögel.

Aus Atemnot drehte ich mehrmals mich um.

Wer das hätte sehen können, meinte vielleicht, daß ich tanze. Nicht ausgeschlossen, daß ich die Augen geöffnet hatte.

Möglich, daß mein Gesicht, als ich hinfiel, zur Stadt zurück sah.

Wislawa Szymborska




Montag, 12. März 2012

Du hast mir ...


Du hast mir Pyramidon gegeben,
Wenn ich Kopfweh hatte.


Du packtest mein liederliches Alltagsleben
In zarte Watte.


Du hattest für jedes Wehweh
Einen Tee.

Mascha Kaléko



Donnerstag, 1. März 2012

März-Gedicht


Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
in grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch",
die Bäume nicken sich's zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
nun treiben sie Schuß auf Schuß;
im Garten der alte Apfelbaum,
er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei;
es bangt und sorgt: "Es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai."
O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh:
es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.

Theodor Fontane