Freitag, 10. Februar 2012

Alle haben ihr „Fräulein“, Matrosenpullover & Mojito

Helmut Newton, 1960
Fräulein, pardon...

 



Fräulein (Abk.: Frl.) war bis in die 1970er Jahre hinein die förmliche Anrede für unverheiratete Frauen gleich welchen Alters. Heute ist es üblich, erwachsene weibliche Personen mit „Frau“ anzusprechen.

Fräuleins finden sich in vielen anderen Ländern: Miss (engl.) berühmt ist z.B. Miss Marple, Juffrouw (nied.), Mademoiselle (franz.) Mademoiselle Coco, Señorita (span.), Signorina (ital.), Fröken (schwed.), δεσποινίς (despoinis) (griech.).


 






Nachdem in der BlogerInnen-Welt vermehrt Fräuleins auftauchten, haben wir jetzt endlich auch offiziell wieder eins: aus Papier


http://www.fraeulein-magazin.de/
Die Presse zu Fräulein
Der Tagesspiegel

Lesmads
Die Presse
 
Im Neuhochdeutsch der Zeit vor dem 19. Jahrhundert war die Anrede „Fräulein“ auf Standespersonen beschränkt. „Frau“ bzw. Mittelhochdeutsch (mhd.) „frouwe“ war keine Geschlechtsbezeichnung (dafür hatte man „Weib“ bzw. mhd. „wip“), sondern die Bezeichnung einer Adeligen; so wie auch „Herr“ keine Anrede für jedermann, sondern für den Lehnsherren war. Entsprechend bezeichneten das „Fräulein“ die Fürstentochter und der „Junker“ – der 'junge Herr' – den Fürstensohn, während die „Jungfer“ bzw. der „Jungmann“ junge Frauen und Männer unabhängig von ihrem sozialen Stand bezeichneten.
Diese ursprüngliche Bedeutung von „Fräulein“ taucht noch z. B. in Goethes Faust auf, wenn Faust Gretchen mit den Worten anspricht:

Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?
Da Gretchen eine Person niederen Stands ist, ist das als eine bewusst galante Anrede zu verstehen, mit der Faust Gretchen nach allen Regeln der (höfischen) Kunst 'bezirzen' will. Sie entgegnet so sachlich korrekt wie ungalant:
Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn. (vv.2605ff.)



Heinrich Heine
dichtete auch gerne an Fräuleins:

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.
"Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück."

Heutzutage hört man eher, wie Fräuleins (kleine Mädchen) in abfälligem Ton zurechtgwiesen werden, wie z.B. mit "Frolleinchen". Das männliche Gegenstück dazu ist das "Freundchen".


Da höre ich doch lieber d
ies:












((_,»*¯**¯*«,_)) ((_,»*¯**¯*«,_))
  Matrosenpullover
((_,»*¯**¯*«,_)) ((_,»*¯**¯*«,_))






((_,»*¯**¯*«,_)) ((_,»*¯**¯*«,_))
  Wir reichen heute: Mojito
((_,»*¯**¯*«,_)) ((_,»*¯**¯*«,_))

via



Salute! und bis bald im Belletri-stick Salon ...



Ach ja, ab & zu gehe ich mit diesem alten Fräulein spazieren,
es duftet so charmant *~*







Kommentare:

  1. Danke für diese umfassende Fräulein-Offensive!
    Ich liebe das Wort noch immer - nicht nur hinsichtlich der Fräulein-Wunder...
    Und das Heine-Fräulein ist mir besonders ans Herz gewachsen.

    Gute Wünsche und liebe Grüsse ins Wochenende,
    Brigitte

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  2. Liebe Penelope, gerade schreibe ich an einem Blog-Eintrag über Frauenromane, weil es jetzt einen Verlag gibt, der mit dem Begriff Damenroman (bisher war mir nur Damenbinde geläufig) wirbt. Vielleicht wird's dann bald auch den Fräuleinroman geben. Die Fräuleinwunders der deutschen Literatur hatten wir ja schon zur genüge.
    (Und hübscher Pulli!)

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  3. Hach, "Fräulein" - welch unbeschreiblich schönes Wort...

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  4. Also, jetzt mal abgesehen von allem anderen: Der Pullover ist sooo schön! Bitte sag, wie!!!

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